Chronik: 17. Jahrhundert – 1614

1614: Fettmilch-Aufstand
Unter dem Fettmilch-Aufstand wird ein Bürgeraufstand von Frankfurter Bürger unter der Führung des Bäckers Vinzenz Fettmilch verstanden: Sie stürmten das Rathaus in Frankfurt a.M., setzten den bestehenden Rat ab und errichteten ein eigenes Regiment. Der Aufstand entzündete sich daran, dass der Rat nach Meinung der Aufständischen nicht konsequent genug gegen die Juden vorging, die ihrer Meinung nach Wucherer waren und daher vertrieben werden sollten. Nach der Eroberung des Rathauses machten sich die aufständischen Bürger an die Erstürmung des Ghettos, vertreiben die Juden aus Frankfurt und plünderten deren Häuser. Kaiser Matthias verhängte allerdings die Acht über Fettmilch und seine engsten Vertrauten. Sie wurden festgenommen und hingerichtet. Die vertribenen Juden kehrten zurück.

1614: Xantener Vertrag
(s. 1609-1614: Jülisch-klevischer Erbfolgekrieg)

1614: Gründung der Universität Groningen, eine der ältesten niderländischen Universitäten

Johann Valentin Andreae (1586-1642), Quelle: Wikimedia Commons / http://homepages.tesco.net/~eandcthomp/aaa.htm

Johann Valentin Andreae (1586-1642), Quelle: Wikimedia Commons / http://homepages.tesco.net/~eandcthomp/aaa.htm

1614, 1615 und 1616: Schriften der Rosenkreuzer
Drei Schriften erschienen in diesen Jahren, die als Beginn und Manifeste der Rosenkreuzer-Bewegung angesehen werden können: “Fama Fraternitatis” (1614), “Confessio fraternitatis R.C., Ad Eruditos Europae” (1615) und “Chymische Hochzeit Christiani Rosenkreutz, Anno 1459″ (1616). Als Autor oder zumindest als Mitautor dieser Schriften gilt der evangelische Theologe Johann Valentin Andreae (1586-1654).

In den Schriften wird ein gewisser Christian Rosenkreuz vorgestellt, der Initiator eines Ordens gewesen sein soll. Die tatsächliche Existenz beider, Rosenkreuz’ und des Ordens, ist historisch nicht belegt, wurde jedoch von Zeitgenossen als gegeben angesehen: In dem von Rosenkreuz gegründeten Geheimbund könne man “alchemistische oder gar magische Künste erlernen”. (Lamprecht: Neue Rosenkreuzer, 2004, S. 298) Die drei Schriften erreichten eine große Aufmerksamkeit, sorgten für Verwirrung, da immer wieder Nachrichten vom Auftauchen verschiedener Personen, die dem Orden angehören würden, auftauchten. Historisch greifbar wird ein Rosenkreuzer-Orden allerdings erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

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