Chronik: 17. Jahrhundert – 1623

Nachbau der Rechenmaschine von Wilhelm Schickard, 1623; Quelle: Wikipedia Commons / Herbert Klaeren

Nachbau der Rechenmaschine von Wilhelm Schickard, 1623; Quelle: Wikipedia Commons / Herbert Klaeren

1623: Wilhelm Schickard: Rechenmaschine
Der Mathematiker und Theologe Wilhelm Schickard (oder Schickhardt) erklärt in einem Brief die Konstruktion und den Bau einer Rechenmaschine für die vier Grundrechenarten. Die Maschine selbst existiert nicht (mehr). 1645 entwickelte der französische Mathematiker, Physiker und Philosoph Blaise Pascal eine Rechenmaschine, von der es heute noch einige Originale gibt. Ab 1671 arbeitete auch der bedeutende Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz an einer Rechenmaschine (s. 1672).

1623-1629: Dreißigjähriger Krieg: Dänisch-niedersächsischer Krieg / Eingreifen Wallensteins / Schlacht bei Dessau /Friede von Lübeck
Im August 1623 fügte der Heerführer der Katholischen Liga, Johann ’t Serclaes Graf von Tilly, den Truppen des Herzogs Christian von Braunschweig in der Schlacht von Stadtlohn (im heutigen westlichen Münsterland) eine neuerliche Niederlage zu. Tilly wurde vom Kaiser zum Grafen ernannt und ließ seine Truppen im eigentlich protestantischen Gebiet in Westfalen das Winterquartier beziehen.

Nach all den Erfolgen des katholischen Ligaheeres wuchs die Angst, dass auch der nördliche Teil des Reiches wieder rekatholisiert werden könnte – und die Angst der Nachbarländer vor einem Übergewicht des Hauses Habsburg.

Der dänische König Christian IV., der gleichzeitig Herzog von Schleswig und Holstein war, stellte daraufhin Truppen auf. Entgegen den Abmachungen, diese Truppen nur im niedersächsischen Reichskreis einzusetzen, zog der im April 1625 zum Kreisoberst gewählte Christian nach Westfalen.

Auch Ernst von Mansfeld griff nun wieder mit neu aufgestellten Truppen in das Geschehen ein. Er wollte nach Böhmen weiterziehen, doch ein bekannter Feldherr, der bereits seit Beginn des Dreißigjährigen Krieges mitmischte und in den folgenden Jahren große Bekanntheit erlangen sollte, stellte sich ihm entgegen: Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, besser bekannt unter dem Namen Wallenstein. Er bot dem Kaiser die Aufstellung eines 24.000 Soldaten umfassendes Herr auf eigene Kosten an – über die Gründe kann nur gemutmaßt werden. Der Kaiser, bislang angewiesen auf das Heer von Tilly, war einverstanden. Wallenstein schlug Ernst von Mansfelds Truppen im April 1626 bei Dessau, die sich auf dem Weg nach Böhmen befanden. Mansfeld kann entkommen, stirbt jedoch kurz darauf.

Ein paar Monate später besiegte Tilly den dänischen König – und vieles deutete auf einen endgültigen Sieg des Kaisers und der katholischen Seite hin – doch Wallenstein wurde dringend im Süden, in Österreich benötigt, wo ein Bauernaufstand ausgebrochen war. Sein zögerliches Handeln dort ließ jedoch das Misstrauen vieler deutscher katholischer Fürsten gegen ihn weiter wachsen – schon zuvor war ihnen dieser “Emporkömmling” suspekt. Dies nahm noch zu, als Wallenstein das Heer von Tilly übernahm und, nach der Eroberung des dänischen Festlandes – Christian IV. musste sich schließlich auf die dänischen Inseln zurück ziehen – vom Kaiser das Herzogtum Mecklenburg als Lehen erhielt.

Z.T. in Geheimverhandlungen handelte Wallenstein mit dem dänischen König einen Friedensvertrag (Friede von Lübeck) aus, der Christian IV. relativ große Zugeständnisse machte: Er erhielt seine Herzogtümer Schleswig und Holstein zurück, durfte sich aber nicht mehr in die deutschen Angelegenheiten einmischen, außer wenn sie seine Besitzungen Holstein und Schleswig betrafen.

1623-1644: Papst Urban VIII. (Lebensdaten: 1568-1644)

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