Chronik: 18. Jahrhundert – 1738

1738: Joseph Ben Issachar Süßkind Oppenheimer (verunglimpfend “Jud Süß” genannt) wird hingerichtet
Joseph Süßkind Oppenheimer war ein erfolgreicher Finanzmakler und Bankier, der 1736 zum Geheimen Finanzrat des Herzogs von Württemberg, Karl Alexander (1684-1737), ernannt wurde. Gleichzeitig avancierte er zu einem wichtigen politischen Berater des Herzogs.

Karl Alexander war katholisch, Württemberg hingegen protestantisch, so dass er einige Zugeständnisse an die protestantischen Landstände machen musste. Diese wollte er z.T. rückgängig machen, unterrichtete darüber aber nicht Oppenheimer. Trotzdem wurde Oppenheimer nach dem Tod des Herzogs mit diesen Plänen in Verbindung gebracht. Verschärfend kamen etliche Gerüchte hinzu, gestreut von politischen Feinden. Es folgten die Festnahme, Verhöre mit Gewaltanwendung, extreme Haftbedingungen und Anklagen wegen Hochverrats und anderer Vergehen – und Oppenheimer wurde von parteiischen Richtern zum Tode verurteilt. Er starb am 4. Februar 1738 am Strang.

Es gab in der Folgezeit einige literarische Stücke, die die Geschichte Oppenheimers aufarbeiteten. Am bekanntesten wurde jedoch die Verfilmung durch Veit Harlan aus dem Jahre 1940: ein Propagandafilm der Nationalsozialisten.

1738-1757: Die Cembalo-Sonaten von Domenico Scarlatti
In seinen letzten 20 Jahren komponierte der Sohn des berühmten Opernkomponisten Alessandro Scarlattis über 500 Sonaten für Cembalo. Zuvor schrieb er auch andere Werke, u.a. Opern und Kirchenmusik, an mehreren Orten und Höfen (Neapel, Venedig, Rom). Schließlich kommt er an den spanischen Königshof und widmet seine Cembalo-Sonaten vornehmlich für Maria Barbara, die Gattin des spanischen Thronfolgers Ferdinand. Und diese Sonaten (nicht zu verwechseln mit den Sonaten, wie wir sie heute verstehen) waren ungewöhnlich, schnell und abwechslungsreich und virtuos und – anders als die seiner Zeitgenossen.

 

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